Ludgeri-Hauptschule
-Schuljahr 2004/05-

Lernst du noch oder lebst du schon?

-us- Altenberge. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, alles Schlechte zu vergessen und die Schulzeit für positiv zu erklären. Die beiden Schülersprecher Jennifer Löhr und Sebastian Zintl gaben bei der Entlassfeier der Ludgeri-Hauptschule ihren Mitschülern nicht nur diese Weisheit mit auf den Weg, sondern spornten sie auch an: Haut rein, dann sehen wir in ein paar Jahren mal, was so aus uns geworden ist. Dass das Lernen mit dem gestrigen Tag für die 40 Jugendlichen nicht zu Ende ist, das hatten die beiden bereits erkannt. Wir haben hier nur die Grundlage bekommen.
Die, so ist Bürgermeister Jochen Paus überzeugt, sei ganz hervorragend. Den jungen Männern und Frauen wünschte Paus, dass sie Eigeninitiative an den Tag legen. Die Arbeitswelt ist im Umbruch, da ist Flexibilität mehr denn je gefragt. Lasst Euch nicht entmutigen und sucht nach neuen Möglichkeiten, so der Bürgermeister. Und bewahrt Euch dabei Eure Neugier und Lebenslust, so Paus.
Die anvisierten Ziele konsequent zu verfolgen, dies gab Volker Thiemann als Schulausschussvorsitzender den 40 Schülern mit auf den Weg. Ihr könnt auf Eure Leistung stolz sein, sagte er. Allerdings müsse den jungen Männern und Frauen auch klar sein, dass sie noch einige Stationen vor sich hätten. Lernen ist wie rudern gegen den Strom. Wer aufhört, der treibt zurück, zitierte er ein chinesisches Sprichwort.
Zum Thema Lernen hatte auch Schulleiter Bernhard Westhues etwas zu sagen: Lernst du noch, oder lebst du schon?, fragte er und stellte fest, dass zwei Drittel der Entlassschüler weiter zur Schule gehen. Dabei habe er festgestellt, dass viele von ihnen dies freiwillig tun, um einen höheren Abschluss zu erreichen. Die Lernerfahrung kann nicht so schlecht gewesen sein, wenn jetzt so viele von Euch freiwillig weiter machen, war Westhues überzeugt. Er bedankte sich bei Politik und Verwaltung, die bei der Lehrstellensuche tatkräftig mitgeholfen hätten. Das ist nicht selbstverständlich, so Westhues.
Elf der Schüler haben die Fachoberschulreife mit der Qualifikation für die Klasse elf erreicht, sieben Schüler bekamen das Zeugnis mit der Fachoberschulreife, 17 Schüler den Hauptschulabschluss nach Klasse zehn und fünf Schüler verlassen die Hauptschule nach Klasse neun.
22. Juni 2005 | Quelle: Westfälische Nachrichten


Russe wurde in Entrup gehängt
-stw- Altenberge. Der 8. Mai ist ein ganz besonderes Datum unter den vielen Daten, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg stehen: der Zeitpunkt des Kriegsendes in Europa.
Am morgigen Sonntag jährt sich der Tag der bedingungslosen Kapitulation zum 60. Mal. Die Bombennächte waren vorbei: der 8. Mai ein Tag des Aufatmens. Gleichzeitig wurden aber auch die Verbrechen enthüllt und bekannt: Der 8. Mai ein Tag der Scham und Reue, so fasste Bernhard Westhues, Schulleiter der Ludgeri-Hauptschule, die Ereignisse der Stunde Null in seiner Begrüßungsrede zur Gedenkveranstaltung zum 60-jährigen Kriegsende im Neuen Forum der Hauptschule zusammen. In Kooperation mit der Elterninitiative Gemeinsam leben Gemeinsam lernen (GLGL) und dem Heimatverein waren für die Veranstaltung Zeitzeugen und ein Historiker eingeladen worden, um die Themen Schule im Dritten Reich und Schicksal der Zwangsarbeiter zu beleuchten.
Nach der Ansprache von Bürgermeister Jochen Paus, der die Bedeutung der historischen Aufarbeitung hervorhob, präsentierte der Zeitzeuge Karl Stening einen Diavortrag. Anhand historischer Fotos veranschaulichte er den Schulalltag während der NS-Zeit. Fahnenappelle inklusive Deutschlandlied gehörten genauso wie der Hitler-Gruß zum täglichen Ablauf.
Mit 14 Jahren kamen die Jugendlichen automatisch in die Hitlerjugend beziehungsweise in den Bund Deutscher Mädchen. Auf diese Art sicherte sich das Regime einen größtmöglichen Zugriff auf junge Leute. Nahmen die Kinder an den Diensten nicht teil weil die Eltern beispielsweise eine andere Gesinnung hatten waren Repressionen zu befürchten. Zeitzeuge Eugen Zurholt hatte Strafbescheide und Mahnschreiben mitgebracht, die seine Eltern erhielten, da ihr Sohn nicht zum HJ-Dienst erschienen war. Die angedrohte Polizeiaktion blieb jedoch aus.
Willa Olfenbüttel-Schole (GLGL) übernahm die Moderation. Sie befragte Zeitzeugen im Publikum und leitete zum zweiten Themenkomplex Zwangsarbeiter im Münsterland über. Der Historiker Karl Reddemann stellte exemplarisch anhand der Einzelschicksale zweier in Gefangenschaft geratener Russen die Situation der Zehntausenden Zwangsarbeiter im Münsterland dar. Das Ergebnis seiner Untersuchungen verdeutlichte, dass es den Zwangsarbeitern in der Regel auf den Bauernhöfen besser ging als denen, die in der Industrie arbeiten mussten.
Dass es hier durchaus Ausnahmen gab, zeigten die Erzählungen einiger Zeitzeugen: Ein Polizist in Altenberge war für seine Erbarmungslosigkeit bekannt. Bei geringsten Vergehen, wie Trunkenheit oder Nichterscheinen zum Dienst, bekamen die Arbeiter seinen Stock und seine Stiefel auf brutalste Art zu spüren. Ein junger Russe, der ein Verhältnis mit einer Haushälterin auf einem Hof in Entrup hatte, wurde sogar gehängt.
Nach Kriegsende und der Freilassung der ausländischen Arbeiter floh der Polizist aus Altenberge aus Angst vor Racheakten. Er wurde im Hügeldorf nie mehr gesehen.
Nach den Zeitzeugengesprächen und einer Publikumsdiskussion trugen die Schüler Sarah Pähler und Sebastian Zintl das Gedicht Sag´ Nein von Wolfgang Borchert vor.
06. Mai 2005
| Quelle: Westfälische Nachrichten

Alkohol bleibt Droge Nr. 1
-stw- Altenberge. Warum konsumiert mein Kind Alkohol, Tabak Marihuana oder andere illegale Drogen, und was kann ich dagegen tun? Das waren die Fragen, die im Mittelpunkt des Elternabends der Ludgeri-Hauptschule zum Thema Suchtprophylaxe standen. Ewald Brinker, Mitarbeiter in der Sucht- und Drogenberatung, referierte zu diesem Thema im neuen Forum der Schule. Der Ausgangspunkt zur Suchtprophylaxe sei das Gespräch, so der Experte, und hierbei könne eine ganze Menge falsch gemacht werden. Wenn der Verdacht oder die Gewissheit besteht, dass mein Kind Drogen nimmt, ist der Gesprächsanteil der Eltern meistens 90 Prozent und der der Kinder nur zehn Prozent, beschrieb Ewald Brinker die Problematik. Ganz wichtig sei es, über das Zuhören ins Gespräch zu kommen, auch wenn das vielen Erwachsenen schwer falle. Wird ein Konsum festgestellt, sei es falsch, panisch zu reagieren, da rationale Reaktionen hierdurch eingeschränkt würden. Es sei vielmehr wichtig, sich vor einem Gespräch genau über Drogen zu informieren, so der Suchtexperte. Wenn ich im Internet nach Cannabis oder Haschisch recherchiere, finde ich zunächst eine riesige Anzahl von Seiten, die nur die positiven Aspekte beleuchten. Nimmt man sich jedoch ein wenig Zeit, findet man auch viele kritische Informationen, sagte Ewald Brinker. Gut aufgeklärt solle das Gespräch dann auf gleicher Augenhöhe und zum richtigen Zeitpunkt begonnen werden. Wenn der Sohn Abends betrunken oder verstrahlt vor einem steht, ist das sicher der falsche Zeitpunkt ein klärendes Gespräch zu führen und ihm klar seine Grenzen aufzuzeigen, versicherte der Fachmann. Ganz deutlich machte er auch, dass zwar Cannabis Produkte seit etwa fünf Jahren stark im Kommen sind, dass jedoch nach wie vor Alkohol die Droge Nummer eins ist. Im Anschluss an den Vortrag hatten die Eltern Zeit, Fragen zu stellen.
17. April 2005 | Quelle:
Westfälische Nachrichten

Reaktionen auf die stern-Aktion (II)
Ludgeri-Hauptschule Altenberge

Die Schüler der Ludgeri-Hauptschule in Altenberge schwammen für die Flutopfer in Asien. Bei der Aktion kamen 6600 Euro zusammen.
Quelle: www.stern.de

 

Schüler leisten Erstaunliches

-us- Altenberge. Rektor Bernhard Westhues konnte es immer noch nicht so richtig fassen. 6600 Euro sind beim Sponsorenschwimmen zusammengekommen, berichtete er. Rund 100 Schüler hatten sich bereit erklärt, für die Opfer der Flutkatastrophe ins Wasser zu springen. Für jede Bahn, die sie schwammen, hatten sie sich einen Sponsor gesucht, der einen bestimmten Betrag spendete. Wir haben überlegt, ob man das machen kann mit dem Schwimmen, erinnerte sich Westhues. Aber Symbole haben immer zwei Bedeutungen. Das Wasser auch. In den Krisengebieten stand es jetzt für den Tod, bei den Schülern stand es für die Unterstützung des Lebens, so der Rektor.
Die Idee des Sponsorenschwimmens kam von einer Schülerin der sechsten Klasse. Ihre Klasse, die 6a, war es auch, die unter dem Strich die meisten Bahnen im Altenberger Hallenbad verbuchen konnte. Gestern wurden die besten Schüler der verschiedenen Jahrgangsstufen bei einer Feierstunde im neuen Mehrzweckraum der Schule geehrt. Anna-Lena Rickels, Jannik Verspohl, Florian Laurenz, Andre Verspohl, Tobias Roß, Christian Deitmer, Bernd Rickels und Roman Warmeling bekamen für ihre Leistungen eine Urkunde und eine Blume überreicht. Drei Ehrenplätze wurden ebenso von Sozialpädagogin Karin Schulte übergeben. Die gingen an Lars Thorik, der trotz kaputter Badehose nicht unterging und fleißig weiterschwamm. Außerdem an Lea Lefering, die ihre Schwimmsachen vergessen hatte und mit einer kurzen Hose und einem geliehenen T-Shirt ins Wasser sprang.
Lea Teuber wurde geehrt, weil sie als sehbehinderte Schülerin 30 Bahnen ohne fremde Hilfe absolvierte. Alle Schüler erhielten lang anhaltenden Applaus für ihr Engagement.
Das war eine ganz tolle Sache, lobte Westhues die Schüler. Er habe mit maximal 1000 Euro gerechnet, gab er zu. Von der Summe bin ich überwältigt, lobte er die Schwimmer.
Das gesammelte Geld geht laut Westhues an die Stern-Stiftung Schulen helfen Schulen.
18. März 2005 | Quelle: Westfälische Nachrichten

Schwimmen für Asien
Altenberge. Nach den Weihnachtsferien haben sich die 255 Schüler der Ludgeri-Hauptschule mit der Flutkatastrophe in Südostasien beschäftigt. Die erschütternden und ergreifenden Schicksale, vor allem von Kindern, haben zu großer Betroffenheit geführt, teilt Schulleiter Bernhard Westhues mit. Die Schüler der Klasse 6a hatten die Idee, ein Projekt für die ganze Schule anzuregen mit dem Ziel, möglichst viele Schüler mit dem Wiederaufbau von Schulen in Südostasien zu beschäftigen. Deshalb veranstaltet die Hauptschule am 22. Februar (Dienstag) im Altenberger Hallenbad ein Sponsorenschwimmen. Die Schüler sprechen Freunde, Bekannte, Nachbarn oder Verwandte an, für jede von dem Schüler geschwommene Bahn einen bestimmten Geldbetrag zu spenden. Die Höhe der Spende pro Bahn können die Sponsoren selbst festlegen. Es wäre laut Schule schön, wenn der Betrag pro Bahn nicht geringer als 25 Cent wäre. Der Erlös geht an die Stiftung Schulen helfen Schulen.
07. Februar 2005 | Quelle: Westfälische Nachrichten

Nur durch Zufall überlebte sie das Grauen
-stw- Altenberge. Über eine Millionen Menschen wurden in dem Konzentrationslager Auschwitz ermordet, die meisten von ihnen waren Juden. Wer diese unvorstellbare Massenvernichtung überlebte, zählt zu den wenigen Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, die von dem Grauen im Vernichtungslager berichten können. Eine von ihnen ist Halina Birenbaum.
Auf Einladung der Elterninitiative "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen" sprach die Auschwitzüberlebende am Mittwochabend in der Ludgeri-Hauptschule über ihr Leben während des Zweiten Weltkrieges. Kurz nach Kriegsbeginn überlebte sie die schweren Bombenangriffe auf Warschau. Sie und ihre Familie wurden aufgrund ihres jüdischen Glaubens in das Warschauer Ghetto" umgesiedelt. Auch dort überlebte sie die miserablen hygienischen Zustände, Epidemien, Hunger, Kälte und die permanenten Gewaltübergriffe der deutschen Besatzer. Halina Birenbaum sah, wie Nachbarn, Freunde und Verwandte deportiert wurden. Die Mutter konnte sie jedoch immer wieder durch Polizistenbestechungen oder durch ein Versteck in einem Erdloch retten. 1942 wurde sie dennoch gefunden und nach Majdanek und später nach Auschwitz deportiert.
Mit all ihren Schrecken war die Zeit im Warschauer Ghetto eine gute Zeit gegen das Leben im Konzentrationslager, verdeutlichte die Zeitzeugin den Alltag im KZ. Ihre Baracke lag direkt neben einem Krematorium, so dass sie den Geruch von verbranntem Menschenfleisch riechen musste. Aufgrund mehrerer Zufälle überlebte sie die üblichen Selektionen, bei denen Kranke, Kinder oder Nichtarbeitsfähige getötet wurden. Die damals 13-Jährige überlebte Typhus, Schussverletzungen, Erfrierungen und Wundentzündungen, bis sie 1945 von Soldaten der Roten Armee auf einer Deportationsfahrt nach Deutschland befreit wurde. Zu Fuß ging sie nach Warschau, wo sie ihren Bruder als einzigen Überlebenden ihrer Familie wiedertraf. Später wanderte sie nach Israel aus. Dort lebt sie bis heute.
Mit der Schilderung ihres Schicksals gab Halina Birenbaum den nackten Zahlen der vielen Millionen ermordeter und misshandelter Juden ein Gesicht. Die über 100 Anwesenden hörten gebannt zu und nutzten im Anschluss die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dialoge dieser Art, so hoffte Schulleiter Bernhard Westhues, sollen zur Heilung beitragen wie Salbe auf Narben.
03. Februar 2005 | Quelle: Westfälische Nachrichten

Hauptschule zeigt breites Angebot
-cbü- Altenberge. Von ihrer besten Seite zeigte sich die Ludgeri-Hauptschule an ihrem Tag der offenen Tür. Schulrektor Bernhard Westhues hatte die Kinder der vierten Klassen aus Altenberge, Nordwalde und Laer gemeinsam mit ihren Eltern zu einem Rundgang durch die Hauptschule eingeladen. Freundlich begrüßt wurden die zukünftigen Sextaner dabei auch von den Schülern der Schule. Den Anfang machten Schülerinnen der Klassen sechs, die die etwa 50 Besucher mit zwei Gedichten in der Aula der Schule begrüßten. Die vielfältigen Angebote, die die Schule zu bieten hat, zeigten anschließend unter anderem die Zehntklässler, die die schuleigenen Mofas präsentierten. Das Bestehen des Mofa-Führerscheins ist dabei jedoch nur eines von zahlreichen Angeboten.
Im Schulgebäude bekamen die Besucher dabei vor allem die Fachräume zu sehen. Neben einem PC- und einem neuen Physikraum ging es dabei auch durch den Werkraum und die Schülerküche.
Dabei warb Westhues für die Vorzüge der Hauptschule. Viele Hauptschulen sind besser als ihr Ruf. Vor allem kleine Klassen von weniger als 20 Schülern sowie ein sehr stark praxisbezogenes Lernen seien die Vorteile der Ludgeri-Schule. Westhues: Schwache Schüler werden gefördert, leistungsstarke gefördert. Zu unserem Programm gehören Förderunterricht, Hausaufgabenbetreuung ebenso, wie Freiarbeit, Sport- und Spielstunden, betonte der Rektor. Anschließend verschafften sich die Kinder selbst einen ersten Einblick von der 1968 gegründeten Schule. Vor allem die Küche und die Experimente im Physikraum Rund um die Optik zogen die kleinen Besucher dabei an.
30. Januar 2005 | Quelle:Westfälische Nachrichten

 

Lebendiger Geschichtsunterricht
-stw- Altenberge. Ein jeder Demokrat, so resümierte der Schulleiter der Ludgeri Hauptschule, Bernhard Westhues, ist aufgefordert, den braunen Sumpf trocken zu legen. In seiner Begrüßungsrede zur Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz forderte Westhues mehr Menschlichkeit und Toleranz, damit sich Schandtaten, die wie unter der NS-Herrschaft geschehen sind, nie wiederholten. Bürgermeister Jochen Paus rief dazu auf, gerade jungen Menschen Grundzüge und Werte der Demokratie immer wieder vor Augen zu halten. Aufklärung und Information seien unabdingbar, um nicht nur im Hinblick auf die Ereignisse im sächsischen Landtag der Ausbreitung braunen Gedankenguts Einhalt zu gebieten.
Die Elterninitiative der Ludgeri-Hauptschule „Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen“ hatte zu der Gedenkveranstaltung eingeladen. Als Gastrednerin sprach Margarita Voloj von der jüdischen Kultusgemeinde Münster. Die Tochter einer Auschwitz-Überlebenden schilderte ihre Erfahrungen vom Leben im kolumbischen Exil und der Rückkehr nach Deutschland. Jahrelang war es den Eltern nicht möglich, mit ihr über die an ihnen verübten Misshandlungen zu sprechen.
Obwohl sie die Entscheidung ihrer Eltern, nach Deutschland zurückzukehren, anfangs nicht nachvollziehen konnte, ist sie heute froh, in einem Land zu leben, in dem es so viele Gedenkveranstaltungen zu Auschwitz gibt. Ihr Ziel sei es, eine Normalität zu schaffen, die einem friedlichen Zusammenleben zugrunde liege.
Auf den offenen Brief „Liebe Lehrer“, vorgetragen von Sarah Laumann, folgte ein Diavortrag von Willa Olfenbüttel-Schole, die als Lehrerin mit ihren Schülern nach Auschwitz gereist war. Die Bilder, die sie von der Gedenkstätte mitbrachte, dokumentierten das menschenverachtende Leben und Sterben in dem Konzentrationslager vor der Befreiung durch die Rotarmisten. Nach dem von Jennifer Löhr vorgetragen Gedicht „Das Zöpfchen“ rief Pastoralreferent Holger Brox die etwa 50 anwesenden Gäste zu einer Gedenkminute auf.
30. Januar 2005 | Quelle: Westfälische Nachrichten

 

Ernste Sache kann auch Spaß machen

-stw- Altenberge. Die Ludgeri-Hauptschule ist eine besondere Schule, keine Schulfabrik, stellte Schulleiter Bernhard Westhues in seiner Begrüßungsrede zur Ausbildungsbörse Top Job am Freitag fest. Mehrere hundert Besucher konnten sich hiervon überzeugen. Mit viel Engagement hatte Westhues mit seinem Vorbereitungsteam und der Werbegemeinschaft eine Jobbörse organisiert, an der 34 Firmen und Institutionen aus Altenberge und Umgebung teilnahmen.
Der Schulleiter bedankte sich für die große Resonanz seitens der Aussteller, die zeige, dass jeder Hauptschüler und jede Hauptschülerin genauso viel wert ist wie ein Realschüler oder ein Abiturient.
Das neu aufgestockte Nebengebäude bot ausreichend Platz für die vielen Informationsstände. Jedem Unternehmen wurde ein eigener Unterrichtsraum oder bei thematisch ähnlichen Ausbildungsberufen ein großer Gemeinschaftsraum zu Verfügung gestellt. Diese ausgezeichnete Plattform (Bürgermeister Jochen Paus) bot Interessierten die Möglichkeit, sich über unterschiedlichste Ausbildungsberufe und weiterführende Schulangebote zu informieren. Außerdem konnten im direkten Gespräch mit Mitarbeitern der jeweiligen Firmen erste Kontakte geknüpft werden.
Diesen barrierefreien Austausch zwischen potenziellen Azubis und den vielen Unternehmen auf engstem Raum herzustellen, war eine wichtige Funktion der Börse. Eine andere war die Information über Ausbildungsinhalte. Es ist erschreckend, wie viele Auszubildende ihre Lehre abbrechen, sagte Bernhard Westhues. Die vielen Gespräche, die an diesem Abend geführt wurden, boten deswegen auch die Möglichkeit, falschen Erwartungen vorzubeugen.
Auch wenn Berufsfindung, so der Schulleiter, eine ernst zu nehmende Angelegenheit ist, sollte der Spaß nicht zu kurz kommen. Die gesamte Veranstaltung wurde von Pantomime und Klinik-Clown Christoph Gilsbach begleitet. Von der Begrüßungsrede bis zum Ende der Veranstaltung sorgte er mit humorvollen Interviews oder pantomimischen Einlagen für eine lockere Atmosphäre. Ebenfalls ihr ganzes Können zeigten der Zauberer Markus Kompa und DJ Manfred Stiegekötter.

23. Januar 2005 | Quelle: Westfälische Nachrichten

Hauptschule, Handel und Gewerbe in einem Boot
-us- Altenberge. Die Hauptschule ein Auslaufmodell? Für den Vorstand der Werbegemeinschaft steht dies nicht zur Debatte. Im Handwerk haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Altenberger Hauptschülern gemacht, erklärt Christoph Schleuter. Wir haben ein großes Interesse an guten Auszubildenden, erklärt der Unternehmer. Und deshalb sind die Altenberger Gewerbetreibenden auch wieder dabei, wenn am 21. Januar die Ausbildungsbörse Top-Job stattfindet. Klar, dass Schulleiter Bernhard Westhues so etwas gerne hört und sich bei den Vorbereitungen voll mit reinkniet. Und für die Äußerungen der Bundesbildungsministerin, die Hauptschulen aus der bundesdeutschen Schullandschaft zu verbannen, hat er nur ein müdes Lächeln und einen passenden Spruch über: Die Hauptschule kann man abschaffen, die Hauptschüler nicht. 23 Firmen haben ihr Kommen bereits zugesagt und es werden noch einige dazu kommen, freut sich Bernhard Westhues. So könnten die Schüler erste Kontakte mit den Betrieben knüpfen und sich vielleicht den einen oder anderen Praktikumsplatz oder sogar Ausbildungsplatz sichern. Bereits zugesagt haben zum Beispiel Schmitz-Cargobull, die Altenberger Apotheken, die Kreishandwerkerschaft, die Volksbank, die Provinzial-Versicherung, die Tischlerei Beckmann, der Salon Esselmann und einige andere. Eingeladen sind alle Jugendlichen. Auch aus dem Umland, berichtet Bernhard Westhues. Von 17 bis 20 Uhr werden die Türen der Hauptschule dann offen sein und die Jugendlichen haben reichlich Gelegenheit, sich zu informieren. In diesem Jahr haben wir auch Vertreter verschiedener schulischer Ausbildungszweige eingeladen, berichtet der Schulleiter. Ob Kranken- oder Altenpflege, auch in diesen Bereichen wird über die verschiedenen Möglichkeiten aufgeklärt. Veranstaltet wird die Ausbildungsbörse von der Hauptschule, der Altenberger Werbegemeinschaft und dem KoT-Heim. Die vergangene Ausbildungsbörse liegt drei Jahre zurück, eigentlich wollen wir sie alle zwei Jahre durchführen, erzählt Westhues. Dies sei aber wegen der Baumaßnahmen in diesem Jahr nicht möglich gewesen. Firmen, die noch Interesse haben, sich dort darzustellen, können sich beim Ersten Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Christian Haft, oder bei Schulleiter Bernhard Westhues melden. Dann regeln wir alles weitere, so Westhues. Quelle: Westfälische Nachrichten (10.12.2004)

Der Aufzug ist im Brandfall tabu
-us- Altenberge. Im Brandfall ist der Aufzug tabu. Das merkte gestern auch die 13-jährige Lena HolländHafenfest '04er in der Hauptschule, die von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr in ihrem Rollstuhl aus der obersten Etage nach unten getragen wurde. Der Grund war aber kein echter Brand, sondern eine Übung, die einmal im Jahr an den Schulen durchgeführt werden muss. 250 Kinder mussten sich auf dem neuen Sammelplatz vor dem Hallenbad einfinden. Dort haben wir jetzt eine Sammelstelle für beide Schulen eingerichtet, erklärte Brandoberinspektor Günter Bokum. Im Ernstfall stehe so auch die Gooiker Halle zur Verfügung. Von dort kann der Abtransport mit Rettungswagen optimal organisiert werden, so Bokum.
Vor rund drei Wochen hatte die Feuerwehr bereits eine Begehung der neuen Räumlichkeiten an der Hauptschule vorgenommen. Brandschutztechnisch ist alles okay, berichtete der Feuerwehrmann.
Gestern war die Feuerwehr mit sechs Einsatzkräften vor Ort, und zur Freude der Schüler kam auch der Wasserschlauch abschließend noch einmal in Einsatz. Und Klassenkameradin Lena Holländer wurde unter lautem Beifall von ihren zahlreichen Mitschülern der achten Klasse nach erfolgter Rettung in Empfang genommen.
Vor der Hauptschule hatten die Brandschützer am Vormittag auch schon die Borndalschule besucht. Dort hatten wir 204 Schüler, die die Schule geordnet verlassen mussten, so Bokum.
www.feuerwehr-altenberge.de
Quelle: Westfälische Nachrichten (02.10.2004)

Paradiesische Zustände an der Hauptschule

-us- Altenberge. Jochen Paus kann wieder ein Häkchen machen auf der langen Liste der Bauvorhaben in der Gemeinde. Die Aufstockung der Hauptschule ist abgeschlossen, erklärt er. 1,345 Millionen Euro hat der Umbau der unteren Trakte und die Aufstockung um eine Etage gekostet. Dafür leben die Naturwissenschaftler in der Hauptschule jetzt wie im Paradies.
Die Schüler und Lehrer können in ein paar Tagen auf einen komplett neuen Chemie-, Physik- und Biologieraum zurückgreifen. Außerdem gibt es einen neuen Musik-, Kunst- und einen Textilraum. 884 Quadratmeter hat die Schule dazu bekommen. Zusätlich haben wir noch einen Mehrzweckraum, der auch von Vereinen und Gruppen genutzt werden kann, erklärt Paus. Allein dieser Raum ist 220 Quadratmeter groß und soll dazu dienen, die Engpässe in den Sporthallen zu reduzieren. Heute Abend probt hier zum ersten Mal die Tanzgarde der Karnevalsgesellschaft St. Johannes, berichtete der Bauamtsleiter. Die hatten bisher nicht einmal Platz in der Halle, sondern mussten in den Bürgersaal ausweichen.
In den Kosten sind auch die Ausstattungen der Klassenräume enthalten. So erwarten Lehrer und Schüler nicht nur neue Räumlichkeiten, sondern auch ein komplett neues Inventar.
Die Räume sind übrigens auch alle barrierefrei gebaut worden. Und um in den dritten Stock zu kommen, steht jetzt sogar ein Aufzug für die gehandicapten Schüler bereit.
Wir mussten auch ein neues Brandschutzkonzept für die Schule erstellen, berichtet Paus. Zusätzliche Türen und Verbindungen seien Ergebnis des Konzeptes gewesen. Das ist heute für die Sicherheit so vorgeschrieben, erklärt er. Sicher ist es auch in den neuen Fachräumen. Abluftanlagen und andere technische Feinheiten machen einen ungefährlichen Unterricht im Bereich Chemie oder Biologie möglich.
Die offizielle Einweihung der Räumlichkeiten soll laut Jochen Paus am 20. Juni stattfinden. Bis dahin wird aber schon in dem Neubau unterrichtet. Wir warten nur noch auf ein paar Ausstattungsgegenstände, dann können alle Räume von der Schule genutzt werden, sagt Paus, und Schulleiter Bernhard Westhues wird es sicher mit Freude hören.

Westfälische Nachrichten